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Zahnkarpfen (Cyprinodontiformes)

Eierlegende Zahnkarpfen (Aplocheilidae, Aplocheilinae)

Ringelhechtling, Zwerghechtling (Epiplatys annulatus [Boulenger, 1915]

Einleitung:

Die kleinen „Ringelstrümpfe“ sind sehr friedfertige Fische, die zwar ab und zu untereinander etwas kabbeln, aber sich oder andere Aquarieninsassen ansonsten völlig in Ruhe lassen. Oft stehen die Tiere minutenlang unter einer Schwimmpflanze, auf der Lauer nach etwas Fressbaren, nur um dann plötzlich aus ihrem Versteck hervorzuschießen und es sich zu schnappen. Oder man jagt sich spielerisch durchs Aquarium. Auch das stehen in der leichten Strömung, oder beim Einlassen von Frischwasser konnte ich immer wieder beobachten. Zudem scheinen sie von Natur aus sehr neugierig zu sein, alles was irgendwie interessant ist (Wasserschlauch, Hände, Käscher, ect.) muß erstmals genaustens untersucht und beäugt werden. Es könnte ja fressbar sein.


Synonyme:

Haplocheilus annulatus Boulenger, 1915
Aplocheilus annulatus (Boulenger, 1915)
Panchax annulatus (Boulenger, 1915)
Pseudepiplatys annulatus (Boulenger, 1915)


Größe:

Männchen bis 4cm, Weibchen mit etwa 3-3,5 cm etwas kleiner.


Verbreitung:

Westafrika, von Guinea bis Niger



Anzustrebende Wasserwerte:

KH 0-3, GH 1-5, pH 5,5-6,5 Temperatur 26-27°c, zur Zucht wesentlich weicher.


Haltung im Aquarium:

Zufällig, bei einem Rundgang in einem Zierfischladen entdeckt, war es sofort um mich geschehen. Da leider nur 3 Tiere da waren, nahm ich erst mal nur diese mit. Zuhause angekommen setzte ich die beiden Männchen und das eine Weibchen nach vorsichtiger Umgewöhnung in ihr neues 96l (80x30x30cm) Aquarium, wo sich dann wenige Tage später noch 3 Weibchen dazu gesellten.
Da ich in dem Aquarium lediglich einen kleinen Innenfilter zur Umwälzung des Wassers laufen habe, gibt es dort nur eine sehr minimale Strömung. Das ohnehin schon sehr weiche Wasser säuere ich mittels Erlenzäpfchen zusätzlich an, weshalb sich ein pH von 5,5 eingependelt hat. Nitrat, Nitrit und Phosphat sind dabei auch nicht meßbar.
Obwohl ich anfangs leichte Zweifel hatte, funktioniert die Gesellschaft in Form von einigen Corydoras pygmaeus und seit 2 Monaten auch einer Gruppe Crystal-Red-Garnelen dabei bestens. Obwohl gerade der Corydoras-Laich natürlich ein gern gesehener Leckerbissen für die Hechtlinge ist. Sowieso wird alles an Lebend- und Frostfutter in passender Maulgröße gerne gefuttert. Vor allem Wasserflöhe, Bosmiden, Mysis und Artemia werden gerne genommen, aber auch Mückenlarven werden gerne gefressen.
Innerhalb von 2 Tagen hatten die beiden Männchen ihre kleinen Reviere durch leichtes Imponiergehabe im Aquarium festgelegt. Die 4 Weibchen schauten dabei in Ruhe zu und ließen sich dadurch nicht weiter stören. Man schwamm in Ruhe seine bahnen, suchte die dichte Schwimmpflanzendecke und auch den Boden nach Fressbaren ab, und ließ die Männer sich weiter anprotzen. Leider starb mir wenige Tage nach dem Kauf eines der neuen Weibchen unerwartet.


Geschlechtsunterschiede und Zucht:

Geschlechtsunterschiede: Männchen haben eine deutlich spitzere Schwanzflosse, die zudem prächtig rot-blau gefärbt ist, auch alle anderen Flossen sind stark gefärbt. Die Flossen der Weibchen sind alle farblos, lediglich in der Mitte der Schwanzflosse ist eine leichte Rotfärbung.

Nach dem Wälzen der verschiedensten Bücher und Literaturausgaben, in denen die Zucht und vor allem die Aufzucht der sehr kleinen Fischlarven als sehr schwierig dargestellt wurde, war ich ziemlich überrascht, als mir gut 2 Wochen nach dem Einsetzten die ersten freischwimmenden Larven entgegen blickten. Der Jubel war natürlich groß. Ich hatte zwar ab und zu ein etwas hektisches Treiben in den frühen Vormittagsstunden zwischen den Schwimmpflanzen beobachten können, aber nicht schon so bald mit dem Nachwuchs gerechnet. Jedenfalls sahen die ca. 8 Larven die ich an dem Tag entdeckte, sehr gut genährt aus, sie schienen also in dem Aquarium selbst genügend Futter zu finden. Vielleicht auch wegen der fehlenden Filterung?
Nach gut 2 Wochen bekamen die Kleinen die ersten dunkleren Streifen, wie sie auch ihre Eltern besitzen. Und trauten sich aus der Schwimmpflanzendecke raus um das restliche Aquarium zu erkundigen. Zum Glück der nächsten Nachzügler, den es waren schon wieder neue Larven unterwegs. Wobei sowohl die Elterntiere, als auch die älteren Jungtiere die kleinen in Ruhe ließen und ihnen nicht nachstellten.
Jetzt, gut 4 Monate nach dem Kauf sind die ersten Jungtiere fast so groß wie ihre Eltern beim Kauf, und die ersten Protzversuche werden auch schon gestartet. Inzwischen ist der Bestand auf geschätzte 40 Tier angestiegen, evtl. auch ein paar mehr und ich suche langsam für die kleinen nach neue nette Aquarienbesitzer.
Obwohl immer wieder versucht, konnte ich bis jetzt den eigentlichen Laichvorgang nicht beobachten. Nach verschiedenen Literaturangaben, handelt es sich aber um Dauerlaicher, die ihre Eier in dem dichten Pflanzendickicht ablaichen. Die Eientwicklung soll wohl gut 9 Tage dauern, was mit dem Zeitraum der Auffindung der ersten Larven übereinstimmen würde.


Gefährdung:

Nicht gefährdet nach IUCN Red List.


Besondere Anmerkungen:

Keine.


Literatur:

  1. Riehl, R. & Baensch, H.A. (2001): Aquarien-Atlas, Band 1. - 13. Aufl. Melle.


Copyright:

Daniela Lorck - 2004.

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